Anleitung und Tipps zum Dreads färben

Dreadlocks ökologisch färben?

Dreadlocks kommen mit einer gewissen Lebenseinstellung und so ist es nicht verwunderlich, dass viele Dreadheads sich zunächst bemühen möchten, ihre Haare auf pflanzlicher Basis zu färben. Das in Diskussionen wohl am häufigsten erwähnte Naturprodukt ist Henna. Doch warum kann es in diesem Fall besser sein, Dreadlocks chemischem zu färben? Dreads färben – wie funktioniert’s? 

  1. Chemische Variante (permanent): Wer sich schon einmal die Haare gefärbt hat stellt schnell fest, dass die Prozedur hierfür sehr simpel ist. Die generische Haarfärbung aus dem Supermarkt kommt meist in zwei Teilen: Wassestroffperoxid und Färbemittel. Diese werden vermischt und auf die Haare aufgetragen. Die Farbstoffe dringen in das Haarinnere ein und binden sich an  das Haar. Da es die benötigten „Andock-Stellen“ nur in begrenztem Rahmen gibt, ist es schwierig bis unmöglich bereits gefärbtes Haar erneut zu verfärben. 
  2. Biologische Variante (semi-permanent): Henna, Reng, Kamille, Rastik. Das sind die bekanntesten biologischen Haarfärbemittel, wobei jedes Mittel hier nur für ein begrenztes Farbspektrum geeignet ist. Wo Henna eine kastanien-farbene Färbung hinterlässt, würde Kamille für eine gelbliche Färbung sorgen.

Wann sollte ich mir die Haare färben?

Hast du erst noch vor dir Dreadlocks machen zu lassen und weißt bereits, dass du dir die Dreads färben willst, ist die Lösung ganz einfach: Färbe dir die Haare bevor du dir Dreads machen lasst. Das Ergebnis wird viel gleichmäßiger und du musst bei nicht gedreadeten Haaren nicht auf mehr achten, als beim normalen Haarefärben auch. Solltest du bereits Dreadlocks haben und erst im Nachhinein auf die Idee kommen, sie zu färben, solltest du zunächst deine Dreadlocks genauestens betrachten. Dreadlocks sind bereits verfilztes und demnach „strapaziertes“ Haar und jede Färbung wird die Haarstruktur noch weiter beanspruchen. Hast du das Gefühl, die Dreads könnten jederzeit brechen, raten wir davon ab sie auch noch zu färben. Bist du unsicher, lass doch einfach mal eine professionelle Dreadstylist*in einen Blick auf deine Dreads werfen.

Worauf muss ich beim Dreadsfärben achten?

Möchtest du selbstständig und in Eigenregie Dreadlocks färben, schau dich am besten im Friseur-Bedarf um. Hier findest du Färbungen für viele Haartöne. Darüber hinaus hast du hier die Möglichkeit zu entscheiden, wie viele Prozente das Wasserstoffperoxid haben soll.

Grundsätzlich gilt: Um je mehr Farbtöne ihr eure Dreads aufhellen wollt, desto höher muss die Prozentzahl beim Wasserstoffperoxid sein. (Details sind hier auf den jeweiligen Packungen zu finden.) Aber: Je höher die Prozentzahl ist, desto stärker fällt die Schädigung der Dreadlocks aus. Daher solltest du auch auf keinen Fall viel öfter als einmal blondieren! Die höchst-prozentigen Mittel wirst du nie verwenden müssen. Achtzehn Prozent sind selbst für gesundes Haar eine Zumutung und werden zurecht in Deutschland nicht verkauft. Verwende maximal sechs Prozent, um deine Kopfhaut nicht unnötig zu reizen. Achte außerdem darauf, dass du zwischen dem Dreads färben und der Ansatzpflege mindestens eine Woche Pause lasst.

Welche Farben in Dreads?

Wie bei allen Haaren gilt: wenn du dunkle Haare hast, aber gerne einen Rotton hättest, musst du die Haare zunächst aufhellen. Solltest du noch keine Dreads haben, plane ein paar Wochen ein, um die Haare schrittweise aufzuhellen. Dann ist es möglich, Dreads in unterschiedlichen Farben zu tragen. Von grün bis blau und rosa findest du bei der Marke „Directions“ alle möglichen Nuancen und kannst auch Farben selber mischen. Allerdings handelt es sich dabei nicht um permanente Haarfarbe, so dass sie nach einiger Zeit ausbleicht.

Dreads mit Henna färben

Wir empfehlen, nicht unbedingt auf Naturmittel wie Henna zurückzugreifen. Henna ist ein Gemisch aus getrockneten, pulverisierten Blättern. Dreadlocks damit zu färben ist möglich (und wenn man sich im Netz umschaut, führt die Anwendung von Henna durchaus zu Erfolgen), aber es ist wahnsinnig schwierig, die Dreadlocks nach der Anwendung wieder von den Henna-Überresten zu befreien. Krümel können in den Dreads zurück bleiben, die dann später Schimmel bilden können.

Dreadlocks an sich schimmeln zwar nicht, aber sobald externe Substanzen in den Dreads zurück bleiben, die nichts hier zu suchen haben, wird es kritisch. Genauso wenig wie Wachs haben Blätter nichts in deinen Dreadlocks verloren! Wenn du also schon fertiggestellte Dreadlocks färben willst, benutze ausnahmsweise lieber chemische Färbungen. Übertreib es jedoch nicht mit Blondierungen, sonst hast du schnell einzelne abgebrochene Dreadlocks in der Hand! Wenn du dir unsicher bist, frag lieber noch einmal bei einem Friseur oder der Dreadstylist*in deines Vertrauens nach.

Haarkreide – Was ist das?

Haarkreide ist perfekt dazu geeignet, deine Dreads (temporär) zu färben, ohne dich dabei auf eine Farbe festlegen zu müssen. Die Farbe ist nicht wasserlöslich und bleibt so lange auf deinen Dreadlocks, bis du sie mit Duschgel auswäschst. Sobald du keine Lust mehr auf die knalligen Farben hast, kannst du deine Dreads problemlos von der Farbe befreien.

Achtung: Je heller deine Dreads sind, desto hartnäckiger kann die Farbe raus zu waschen sein. Bei besonders hellen Dreadlocks kann es also mitunter mehrere Waschgänge dauern, bis die Haarkreide vollständig aus deinen Dreads heraus gekommen ist.

Wie benutze ich die Haarkreide?

  1. Verwende ein Handtuch, um deine Kleidung vor der Kreide zu schützen. Die Kreide ist zwar problemlos heraus zu waschen, falls mal etwas daneben geht, erfahrungsgemäß verhindert ein Handtuch unnötige Zusatzarbeit.
  2. Male deine Dreadlocks nach belieben mit der Farbe an. Sollte sich die Farbe nicht ohne weiteres auftragen lassen, versuche deine Dreads leicht zu befeuchten. 
  3. Wenn du mit dem Auftragen der Haarkreide zufrieden bist, spüle deine Dreads mit Wasser aus. Hierbei darfst du auf keinen Fall Shampoo, Duschgel oder andere Pflegeprodukte verwenden. Wenn keine oder nur noch wenig überschüssige Farbe aus den Dreads heraus kommt, bist du fertig.
  4. Lasse deine Dreadlocks wie gewohnt trocknen.
  5. Genieße deine neue Haarfarbe.

Um die Farbe wieder heraus zu bekommen, wasche deine Haare ganz einfach mit Shampoo, Duschgel oder ähnlichen Produkten. Je nach Haarfarbe deiner Dreads können mehrere Waschgänge nötig sein. Solltest du sehr helle Dreads haben, können leichte Farbschleier übrig bleiben, daher teste diese Färbemethode erst einmal an einem Versuchsdreadchen.

Ich hoffe, ich konnte dir ein paar gute Tipps und Hilfen zu Entscheidungsfindungen geben. Bei Fragen wende dich gern an das DreadFactory-Team, die helfen dir alle sehr gern.