Dreads auf Reisen – Unterwegspflege und Tipps

Mit Dreads auf Reisen – Episode 1: Die Nordsee

Es gibt zwei Arten von Reisenden: die einen, die schon Tage vorher eine Liste gemacht haben und genau wissen, was sie alles einpacken wollen, herausgefunden haben, wo das nächste (vegane) Café ist, welches Schuhwerk man am besten mit nimmt und eine Reiseapotheker voller pflanzlicher Mittelchen, die man ohnehin nie braucht, vorbereitet haben. Die anderen hingegen lassen einfach alles auf sich zukommen, packen am Tag der Abreise und kommen mit dem klar, was dann eben so dabei ist. Ich gehöre zu Kategorie drei: alles geplant und doch die Hälfte vergessen.
Spätestens wenn es um die Körperpflege geht, findet man in der Drogerie jede Menge Produkte, die man angeblich für die verschiedenen Reiseziele dabei haben sollte. Besonders für die Haare gibt es unendliche Pflegeprodukte. Aber wie sieht das mit Dreads aus? Welche Ansprüche haben Dreads auf Reisen? Da ich dieses Jahr verschiedene Länder und Städte besuchen werde, gibt es kleine Reiseberichte für die jeweiligen Klimazonen, Kulturen und ein paar Tricks, wie man Dreads auf Reisen am besten pflegen kann.

Dreadlocks vom Winde verweht

Es geht los an der Nordsee. Ein Sommermärchen – nicht. Bevor wir losgefahren sind, schien die Sonne und es war um die 30 Grad. Dann folgten 4 Tage Nieselregen und 15 Grad. Seit wir wieder zuhause sind: Sonne und warm. Aber umso besser für einen Bericht über Dreads im typisch nordischen Wetter.
Einige von euch wohnen hier, an der rauen See, andere wurden in einem nordischen Kaff geboren und sind dann weggezogen und ich weiß nicht, wie es euch geht, aber der Wind hat meine Fusselhaare fein säuberlich aus den Ansätzen gezogen. Vor der Reise habe ich meine Ansätze gehäkelt, aber dem nordischen Wind konnten sie nicht standhalten. Wie ein abgestürzter Albatros sieht mein Kopf nun aus. Vielleicht lag es daran, dass der gesamte Dread in seiner Länge zu schwer war, um mitzuwehen und sich der Wind daher den kleinsten Widerstand gesucht hat. Fusselhaare sind ein generelles Problem bei mir. Wenn dann der Seewind noch reinpfeift, gibt es kein Halten mehr.
Aber auch das Salz in der Luft, kombiniert mit dem durchgehenden Nieselregen hat in nur kurzer Zeit eine Art filzigen Flausch entstehen lassen. Vielleicht ist das bei Menschen, die hier oben geboren worden sind, anders, aber meine Ruhrpott-Locken hatten dem nichts entgegen zu setzen.

Die Reaktion auf Dreadlocks

Unsere Reise ging sozusagen ins Nirgendwo. Dorthin, wo sich nur Urlauber hinverirren. Ich glaube nicht, dass es dort wirklich Einheimische gab. Und wenn, waren sie Anno 1940. Oder älter. Es gab Kühe. Jede Menge Kühe. Das Odeur war relativ schnell in meinen Dreads – aber der Wind hat´s wieder rausgepustet. Und die Kühe haben auf mich und unsere Hunde sehr gelassen reagiert. Ich war mir nicht immer sicher, ob sie springend am Gatter herumgespielt haben, weil sie den dicken Labrador für eine Mini-Kuh gehalten haben, oder als Reaktion auf meinen Puschelkopf. Jedenfalls waren sie sympathischer als die Menschen. Denn die schienen noch nicht so viele Dreadheads gesehen zu haben. Mit Dreadlocks auf Reisen zu sein bedeutet auch immer, anecken zu können oder aber willkommen geheißen zu werden. In Kaffistan in Hintertupfingen war es ersteres. Mein Dreadbun hat ziemlich viele Blicke auf sich gezogen, die nicht immer von Freude gezeichnet waren. Oder Interesse. Oder Faszination. Mehr eine gewisse Abneigung. Ich würde fast behaupten, dass das Vorurteil „Die waschen sich nie, diese Filzköpfe!“ noch in den Köpfen schwirrte. Allerdings habe ich keine negativen Kommentare bekommen und war daher nicht auf irgendeine Weise in meinem Urlaub beeinflusst.

Dreadlocks unterwegs pflegen

Die Pflege von Dreadlocks auf Reisen hängt natürlich ein ganzes Stück weit davon ab, wo du dich befindest. Ich würde aber sagen, dass eine praktische Reise-Häkelnadel Stärke 0,6 oder 0,75 (zum Beispiel diese) und ein Shampoo deiner Wahl völlig ausreichen, um jeder Situation zu trotzen. Für Reisen benutze ich gern das 18-in-1 von Dr. Bronner. Es ist biologisch, für 18 verschiedene Situationen zu gebrauchen (vom Spülen bis Hunde duschen und Haare waschen), extrem ergiebig in seiner kleinen Tube und in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich. Ich benutze das Teebaumöl-18-in-1, da es auch für meine Kopfhaut super ist und mein Gesicht sich über Teebaumöl freut. Für kurze Trips von 5-7 Tagen nehme ich es eigentlich nur als Duschgel mit. Sollte aber etwas in die Dreads gelangen, das ein Auswaschen nötig macht, können damit die Dreads super gereinigt werden. Man hat keinen unnötigen Ballast bei sich, denn wenn man nur 5 Tage unterwegs ist, reicht es meistens völlig, wenn man sich vorher die Dreadlocks wäscht und danach.

Praxistipp Nr.1 für Dreadlocks auf Reisen

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind… ich nehme die Nordsee mit ihrem Klima mal als Überthema „Wind“. Meine Dreads fanden Wind jetzt nicht so mega. Es hat mir geholfen, einen festen Turban zu binden oder aber einen Beanie von der DreadFactory zu tragen (Beanie im Shop). Ohne Witz, ich bin mittlerweile ein riesen Fan davon. Nicht nur als Anti-Wind-Schutz sind sie perfekt, sondern auch als Halstuch, wenn es im Nacken zieht. So sind die Ansätze vor Wind und Feuchtigkeit geschützt. Und auch die Ohren. Das nur mal so nebenbei.

Das ist mein Hund Emma. Sie findet den Beanie auch toll…

In den kommenden Beiträgen geht es um Wandern in der sächsischen Schweiz, Yoga in Berlin, Theater in London, mit dem Auto durch Frankreich, Portugal und Spanien und wer weiß, wohin es mich noch so verschlägt!

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