Dreads auf Reisen – Dreadlocks am Strand

Mit Dreads auf Reisen – Episode 2: die Ostsee

Die Ostsee ist so etwas wie die ruhige, kleine Schwester der Nordsee. Sie war eher spontane Zuflucht, denn eigentlich sollte es in die sächsische Schweiz zum Shooten für die DreadFactory und Wandern gehen. Da aber auch eine Kamera Dauerregen ungefähr so toll findet wie ich, haben wir noch am Abfahrtstag umdisponiert und unsere Route in die andere Richtung gelenkt: nach Rügen. Die Fotografin war ohnehin für die Tage gebucht, um Produktfotos für den Shop zu machen, warum also nicht alles dorthin verlegen, wo die Sonne scheint? Nachdem meine Dreads also dem Wind der Nordsee standhalten mussten, was würde sie an der Ostsee erwarten? Und was würde mich erwarten, mit meinen Dreads auf Reisen an der Ostsee? Strandurlaub mit Dreads?

Der Lorenz knallt: Dreads in der Sonne

Habe ich mich eben noch über meine Fusselhaare an den Ansätzen beschwert? Ein Hoch auf Fusselhaare! Denn Dreadheads haben ein ganz besonderes Problem, wenn die Sonne scheint: zwischen den einzelnen Dreads schaut die Kopfhaut durch und man zieht sich einen oftmals schmerzhaftem Sonnenbrand zu. Dagegen hilft natürlich erst an die Nordsee zu fahren, Fusselhaare vom Wind aus dem Ansatz ziehen lassen. Oder aber ganz klassisch Sonnencreme. Meiner Reisebegleitung durfte ich nach den ersten Verbrennungen die Kopfhaut eincremen – Lichtschutzfaktor 30 und speziell für das Gesicht (irgendwie ist doch die Kopfhaut die Verlängerung zum Gesicht, oder?). Ich habe versucht, nicht den gesamten Ansatz einzufetten, was relativ schwierig war. Ich würde also ein Spray empfehlen, um auch zwischen die Haare zu kommen.

Zur Not tut es aber das T-Shirt, das du dir um den Kopf wickelst.

Dreads und Sonnenstich

Doch nicht nur der Sonnenbrand ist eine Gefahr, sondern auch der Sonnenstich. Schnell vertut man sich und unterschätzt die Hitze der Sonne. Und unter den Dreads wird es zwischendurch ganz schön heiß! Es ist, als würde man eine Filzmütze tragen. Ein Sonnenstich ist eine Reizung der Gehirnhaut durch die Sonneneinstrahlung auf den Schädel und den Nacken. Ergo: Schädel und Nacken schützen! Doch was setzt man sich auf den Kopf, ohne dass sich die Hitze darunter noch mehr staut? Ich persönlich bin ein Fan von Turbanen. Mit einem dünnen Tuch leicht um die Dreads gewickelt halten sie die Sonneneinstrahlung ab, aber dadurch, dass sie geöffnet sind, staut sich keine Hitze. Schirmmützen sind eine weitere Alternative, nur dass dann der Nacken nicht geschützt ist. Wichtig ist also wie bei allen anderen Frisuren: nicht zu lange in der prallen Sonne sitzen und trink genug Wasser, Kind!

Dreadlocks am Strand

Die Ostsee hat etwas heimeliges. Sie ist weniger rau als die Nordsee, hat keine Gezeiten und ist weniger salzig. Der Sand ist runder und weicher und kriecht fein säuberlich bis in die kleinste Pore und den letzten Dreadansatz. Wir haben ein paar Yogafotos geschossen (wo und wann sie zu sehen sind, werdet ihr natürlich hier erfahren!), so dass natürlich irgendwann die Dreads schön durch den Sand gezogen wurden. Früher hatte ich echt Sorgen mit solchen Angelegenheiten: etwas könnte in meine Dreads geraten! Mit der Zeit und Erfahrung wird man damit etwas entspannter. Der Sand kam rein und heute unter der Dusche auch wieder raus. Zumindest zum Teil. Und der Rest wird irgendwann von allein verschwinden. Wenn ich nun mehrere Tage am Strand sein würde und täglich im Meer schwimmen würde… wäre ich nicht nur ein sehr glücklicher Mensch, sondern meine Haare würden auch öfter gewaschen werden. Je nach Salzgehalt des Wassers sollte man die Dreads klar ausspülen, da das Salz die Haare austrocknet und die feine Struktur wie ein Peeling wirkt. Das führt zwar dazu, dass die Dreads intensiv filzen, aber wenn du ohnehin schon trockene Dreads hast, kann ein tägliches Salzbad den Dreadlocks eher schaden. Du musst sie nicht jeden Abend mit Shampoo waschen. Aber mir persönlich wäre es vermutlich auch zu anstrengend, jeden Tag kopfüber in die Fluten zu springen und somit dauerhaft feuchte Dreads zu haben.
Schau einfach selbst, wie deine Haare beschaffen sind: hast du lange oder kurze Dreadlocks? Sind sie trocken, fluffig, spröde, durchgefilzt? Mach dir auf jeden Fall keine Sorgen, einen Urlaub mit Dreadlocks und vor allem Dreadlocks am Strand solltest du genießen. Wenn du nicht gerade die Dreads durch eine Algenströmung gezogen hast, regelt sich das meiste von allein. Klopf den Sand einfach aus den Dreadlocks, damit du abends im Bett nicht unbedingt das Gefühl bekommst, auf einem Peeling-Handschuh zu schlafen.

Land und Leute und das unaufgeregte Staunen

Manchmal war ich mir nicht so ganz sicher, unter all den Touristen und Urlaubern Ü50, wie ich die Blicke zu deuten hatte. Auf Rügen bin ich schon sehr aufgefallen und am FKK-Strand sind die Augen dann doch etwas unkontrolliert – das mag nun entweder an den Dreadlocks, der Körperbehaarung oder den Tattoos liegen. Wer weiß das schon so genau. Aber ich habe mich sehr wohl gefühlt auf dieser sonnigen und gemütlichen Ostseeinsel. Wenn, dann schienen die Menschen eher irritiert, was Dreadheads in dieser Familien- und Seniorenidylle zu suchen haben. Gestört hat es jedenfalls niemanden offensichtlich. Es war ein leben und leben lassen. Vielleicht liegt das aber generell an der Pantoffelkultur an der Ostsee. Hier ist man mehr mit einer gechillten Basis unterwegs und muss sich nicht unbedingt überlegen, was man abends zum Essen anzieht. Anders als an der Nordsee saß ich barfuß auf der Seebrückenterrasse (Restaurant) und hatte mehr Probleme damit, etwas veganes zum Essen zu finden, als sonderbar behandelt zu werden. Die Sonnenuntergänge sind fantastisch und die Natur noch urig.

Praxistipp Nr.2 für Dreadlocks am Meer

Nochmal in aller Kürze zusammengefasst, was du mit Dreadlocks am Strand beachten solltest:

  1. Sonnenschutz. Benutze Sonnenschutzspray für die Kopfhaut und achte darauf, dass du dich vor einem Sonnenstich schützt.
    Tücher und Schirmmützen sind besser geeignet als geschlossene Mützen, weil die Luft besser zirkulieren kann und sich die Hitze nicht unter den Dreadlocks staut.
  2. Sand in den Dreads kannst du einfach ausklopfen. Kein Grund zur Panik.
  3. Mit Dreadlocks im Meer schwimmen ist kein Problem. Je nach Dauer des Aufenthaltes und Beschaffenheit deiner Dreads kannst du sie abends ausspülen oder zwischendurch mal mit deinem normalen Shampoo waschen.
  4. Sammle Muscheln, mach sie sauber und näh sie dann in deine Dreads! Es ist ein tolles Andenken und sieht super schön aus.
  5. Solltest du an einem FFK-Strand sein, creme dir den Hintern ein, denn ein Sonnenbrand auf der Furt ist wirklich nicht so witzig.

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