Halloween mit Dreads

Es ist die Nacht der Geister und Dämonen: Halloween!

Das Herz rast, Adrenalin wird durch die Adern gepumpt und ein wenig Angstschweiß perlt über die Stirn. Grusel und Gänsehaut ist beliebter denn je, deswegen wundert es nicht, dass auch Halloween ein absolutes Come-Back erfährt (warum „come-back“ erzähle ich später). Es ist tatsächlich nach Weihnachten das beliebteste Fest des Jahres und es werden allein in Amerika rund 6,9 Milliarden Doller für Halloween ausgegeben. Darunter fallen natürlich auch Kostüme. Denn neben den ganzen Süßigkeiten sind Halloween-Kostüme das beste am ganzen Fest. Und natürlich kann man Halloween mit Dreads ganz hervorragend feiern!

Ich habe mich mit einem unserer Maskenbildnern im Theater getroffen und zwei schnelle Last-Minute-MakeUps für Halloween mit Dreads gemacht. Dabei haben wir es vermieden, besonderen Schnickschnack zu verwenden. Alle Accessoires und Utensilien solltest du im Laufe der Woche noch besorgen können!

Halloween: von Irland über den großen Ozean und zurück

Halloween“ hat seinen Ursprung in „All Hallows´ Eve“, also dem Abend vor Allerheiligen und wurde vor allem im katholischen Irland gefeiert. Die Iren wiederum brachten es nach Amerika, wo es heute eines der größten Feste des Jahres ist. Die meisten Bräuche stammen dabei von den Kelten und Heiden, die am gleichen Abend Samhain feierten. Man glaubte, dass in dieser Nacht die Tore zu anderen Welten offen standen, so auch die zur Unterwelt. So wie das Vieh zu der Zeit in die Ställe getrieben wurde, sollen auch die Seelen in ihre Häuser zurückgekehrt sein. Kartenlegen, Weissagungen und andere Rituale waren (und sind noch heute) üblich, und natürlich Verkleidungen. Anders als heute dienten sie dazu eben jene Geister fernzuhalten und abzuschrecken, die aus der Unterwelt zurückgekommen sind. Heute könnte man sagen, dass am Tag nach Halloween die Geister wandeln und versuchen, nach Hause zu kommen – nur dass die eben noch leben und einfach einen im Kahn haben.

Halloweenkostüme mit Dreads

Das Verkleiden hat auf jeden Fall seinen Reiz, neben all der Kürbis-Suppe, Kürbis-Kuchen, Kürbis-Keksen und was man noch alles mit Kürbis macht, wenn man zu viele ausgehöhlt hat. Halloween mit Dreads stellt einen vor ein paar Herausforderungen: man kann weder eine Perücke tragen, noch das Farbspray aus der Drogerie benutzen. Und irgendwie möchte man ja dennoch zu Halloween Dreads in Szene setzen. 

Da ich (so unter uns gesagt) absolut kein Händchen für Frisuren habe, habe ich mir einen Wuschelkopf für einen Faun und eine einfache gedrehte Frisur für den Sugar Skull mit Dreads gemacht.

Und so machst du dir selbst das Make-Up für einen Faun:

  1. Klebe dir mit Mastix Ohren und Hörner auf. Achte darauf, dass das Mastix nicht zu sehr in die Haare gerät. Du kannst es zwar abknibbeln, aber das ist eine Friemelarbeit (ich spreche leider aus Erfahrung)
  2. Grundiere dich mit einem Ton, der zu deiner Hautfarbe passt (sonst sieht dein Hals anders aus als dein Gesicht)
  3. Mit einem hellen Make-Up schminkst du den Bereich zwischen Nase und Oberlippe
  4. Benutze dunklen Liedschatten, um deine Nase zu erhöhen und einen Strich von der Nase zur Lippe zu ziehen. Den gleichen Liedschatten benutzt du auch, um deine Augen zu betonen
  5. Dazu ziehst du die Liedfalte und das untere Lied nach. Wenn du magst und kannst, kannst du auch falsche Wimpern aufkleben. Trage danach auf jeden Fall Wimperntusche auf
  6. Betone mit einem hellen Puder deine Wangenknochen und hebe sie noch stärker hervor, indem du dunkleres Puder unter die Wangenknochen setzt. Verwische den Übergang mit den Fingern, um keine Balken auf der Wange zu haben
  7. Ziehe die äußere Spitze deiner Augenbraue etwas hoch und überschminke deine „echte Augenbrauenspitze“. Du kannst sie zuvor auch mit Mastix etwas ankleben und erst dann abschminken
  8. Wenn du magst, kannst du noch Glitzernder auf den Nasenrücken und die Wangenknochen auftragen. Nicht auf der Stirn, sonst sieht es einfach speckig aus. 😉
  9. Wenn du das Make-Up fixieren willst, benutze Puder und trage es dünn auf

Voila. Der Faun. 

Wenn du die Ohren und Hörner abziehst, wirst noch einen Mastixrest zurückbleiben. Du kannst ihn vorsichtig abfriemeln. 

Du kannst jetzt deine Dreads zu einem Nest knödeln und einzelne Dreads herauslassen. Wenn du talentierter bist als ich, eignen sich auch gesteckte Schnecken für eine Halloween-Dreads-Frisur. Verziere deine Dreads noch mit künstlichem Efeu oder Bändern. Deiner Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt!

Sugar Skulls

An den ersten beiden Tagen des Novembers feiert man in Mexiko den „Tag der Toten“: Dia de los Muertos. Hier sollen allerdings keine Geister abgeschreckt werden, sondern man gedenkt der Verstorbenen und feiert auf diese Weise das Leben. Die Sugar Skulls sind mittlerweile ein beliebtes Make-Up für Halloween.

Und so geht´s:

  1. Grundiere dich weiß
  2. Mit einem Eyeliner ziehst du die äußeren Linien
  3. Suche dir eine Vorlage deiner Wahl und beginne bei den Augen
  4.  Achte darauf, dass du die Mundwinkel gleichmäßig ziehst, um kein schiefes Gesicht zu haben
  5.  Benutze schwarzen Liedschatten, um schwarze Flächen auszumalen, für rote Muster benutzt du am besten Lippenstift
  6. Verziere deinen Sugar Skull noch individuell

Es ist tatsächlich einfacher, als gedacht. Und vor allem, wie der Faun, genderneutral. Als Basis also ideal. Du kannst nun eine Bluse oder ein Hemd, Kleid, Weste etc. mit Rüschen dazu tragen.

 

Für diese Frisur mit Dreads zu Halloween habe ich die vorderen Dreadlocks genommen, in sich gedreht und nach rechts gelegt, dort weitere Dreads dazugenommen und ebenfalls mitgedreht. So habe ich eine seitliche Tolle bis zum Hinterkopf geformt und die restlichen Haare offengelassen. Mit Haarnadeln kann man das ganze noch etwas in Form bringen und schließlich mit Federn, Rosen, Hüten oder auch Tüchern verzieren.

Der Morgen danach?

Natürlich muss zum einen der Alkohol abgebaut werden. Am besten ist es, wenn du nicht durcheinander und viel Wasser getrunken hast. Zum anderen muss auch das Make-Up wieder ab. Jetzt kann es natürlich passiert sein, dass du jede Menge Schminkzeug gekauft hast, aber keine Abschminktücher. Die brauchst du auch nicht unbedingt, denn es gibt eine viel umweltschonendere und günstigere (und meist auch verträglichere) Alternative: Kokosöl. Im Theater benutzen wir mittlerweile alle Kokosöl zum Abschminken. Man schmiert es sich ins Gesicht, es löst das Make-Up und man wischt es mit einem warmen, nassen Waschlappen ab. Sei bitte vorsichtig, wenn du Glitzer benutzt hast. Besonders grober Glitzer besteht nunmal aus Schnipseln und Splittern, die deine Haut verletzen können. Sie peelen eventuell etwas stark. Vermeide wildes hin- und herwischen und wasche den Lappen immer wieder mal aus. Anschließend wäschst du dein Gesicht mit einer naturkosmetischen Seife und benutzt Feuchtigkeitscreme. Wenn du einen Bart trägst, kann es tatsächlich einen Moment länger dauern, bis du alle Reste entfernt hast. Falls vorhanden wäre jetzt ein guter Moment, um Bartöl zu benutzen.

Deine Dreads kannst du wie üblich waschen. Wundere dich nicht: es kann passieren, dass Glitzer hängen bleibt und irgendwo in deinen Dreads verschwindet. Das ist nicht weiter schlimm, du wirst einfach in nächster Zeit etwas Feenstaub verlieren.

Weitere Inspiration?

Halloween mit Dreads bietet sich geradezu an, um bspw. ein Tarzan-Kostüm auszuprobieren. Oder als Pirat*in zu gehen.

Wir haben in unserem Online-Shop ein Halloween-Kit mit Haarkreide, Federschmuck, einem Multituch mit Star-Flower-Muster und Skull-Dreadperlen. Schau einfach HIER mal rein.

Off Topic: Neulich las ich von einem Kostüm, das da hieß „Trans“(ich werde entsprechende Seite nicht verlinken). Abgebildet war ein Mann in einem Kleid. Das.geht.gar.nicht. „Trans“ ist kein Kostüm, auch wenn niemand etwas dagegen hat, wenn ein Mann aus Spaß ein Kleid trägt. Die Intention macht die Musik. Wenn sich also jemand, der einer privilegierten Überzahl angehört, in ein Kostüm wirft, das eine diskriminierte Minderheit darstellt, ist das schlichtweg inkorrekt.

Der Unterschied zwischen einem sogenannten „Sugar Skull“ (eigentlich „La Catrina“, die eine Satire der mexikanischen Oberschicht des 19. Jahrhunderts darstellt) und „Indianer“? Wenn Stereotypen dargestellt werden, schwingt, wenn auch unbewusst und unbeabsichtigt, ein diskriminierender Unterton mit. 

Halloween: ein großes Mischmasch mit viel Zucker

Halten wir also fest: Halloween, Allerheiligen, Dia de los Muertos, Samhain… all diese Feste sind ein bisschen das gleiche und doch aus unterschiedlichen Kulturen, die sich gegenseitig beeinflusst haben. Gemeinsam haben sie, dass sie das Leben feiern, den Tot irgendwie mit einbeziehen und alle Feiernden für eine Nacht in eine Welt des Grusels und der Fantasie abtauchen. Und was kann es heutzutage besseres geben, als ein gemeinsames Feiern, anstatt ein Ausgrenzen oder Gegeneinander? 

In diesem Sinne: „trick or treat!“ Viel Spaß und Süßigkeiten und trink viel Wasser!

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