Nach 6 Jahren Dreadlocks sollte es endlich so weit sein: meine Dreads bekamen ihre erste Tiefenreinigung. Ich habe bis dahin meine Dreads natürlich gewaschen und auch eine Essigkur gemacht, als ich von miefigen Handtüchern miefige Dreadlocks bekam (die Essigkur verlinke ich unten im Artikel). Aber eine Tiefenreinigung hatte ich bis zu diesem Sonntag noch nicht gemacht. Mutig wie ich bin, habe ich sie für euch getestet und berichte nun von meinen Erfahrungen mit Natron und Co.

Warum eine Tiefenreinigung für Dreads?

Wenn man Dreadlocks wäscht, warum braucht es dann überhaupt eine Tiefenreinigung? Das war zumindest einer meiner Gedanken. Wie heißt es so schön: ein kluges Pferd springt immer nur so hoch wie es muss. Und ein kluger Dreadhead macht keinen Firlefanz mit den Dreadlocks. Und dennoch gibt es den ein oder anderen Punkt, der für eine Tiefenreinigung spricht.

  1. Dreadlocks haben eine tiefe Struktur. Um all den Staub und das Gedöns rauszubekommen, das sich in den Jahren sammelt, reicht das normale Waschen nicht aus.
  2. Seifenreste haben sich angesammelt.
  3. Deine Dreadlocks muffeln irgendwie komisch und eine Essigkur (LINK) hat nicht ausgereicht, um die Bakterien abzutöten.
  4. Du hast jede Menge Bierduschen auf den letzten Festivals abbekommen.
  5. Das Frittin-Fett deines damaligen Nebenjobs muss endgültig weichen.
  6. You gonna wash that man right out of our hair (ist ein Song…).
  7. Du hast einfach das Bedürfnis, die letzten Monate aus deinen Dreads zu waschen. Manche sprechen von “Energien”, andere von “Feeling” und manche einfach von “Woah, ich muss das mal wegwaschen!”

Was auch immer dein Grund ist: nimm dir ausreichend Zeit für die Tiefenreinigung. Warum, erfährst du in der Anleitung.

Rezept und Anleitung

So. Du hast also beschlossen, deinen Dreads eine tiefe Reinigung zu gönnen. Ich habe mir dafür einen möglichst heißen Tag ausgesucht, an dem ich außerdem nicht wirklich etwas anderes zu tun hatte. Denn: zum einen muss die Tiefenreinigung angemischt werden. Zum anderen musst du in der Tiefenreinigung liegen (also deine Dreads, nicht du). Und: du musst deine Dreads anschließend enorm gut auswaschen.

Rezept Tiefenreinigung:

  • 30 g Natron
  • 2 Esslöffel Zitronensaft
  • 1 Esslöffel Meersalz
  • 60 ml Apfelessig

Mische zuerst das Meersalz mit warmen Wasser. Wenn es sich aufgelöst hat, gibst du das Natron, dann Essig und schließlich den Apfelessig hinzu.

Anleitung:

Nachdem du deine Tiefenreinigung in einer Schüssel angemischt hast, machst du es dir bequem. Leg deinen Kopf so in die Schüssel, dass deine Dreads bis zum Ansatz bedeckt sind. Mach dir einen PodCast oder Musik an und chille für mindestens 15 Minuten. Zwischendurch kannst du deine Dreads gut durchkneten, damit wirklich alles rausgewaschen wird.

Wasche anschließend deine Dreadlocks aus. Und zwar so lang, bis deine Dreads sich nicht mehr seifig anfühlen. Das heißt: immer, wenn du denkst, du hättest es geschafft…wasche sie noch länger. Ich habe 30 Minuten unter der Dusche gestanden. Dann habe ich die Dreads getrocknet und festgestellt, dass sie sich noch leicht seifig anfühlen und… weiter ausgewaschen. Bei mir wurden also vor allem Seifenreste gelöst.

Mache die Tiefenreinigung nicht zu häufig, da sie sehr stark austrocknen kann. Meine haben sich danach enorm sauber angefühlt, hatten keinen (gar keinen! Nicht mal einen angenehmen) Eigengeruch, filzen super und fühlen sich irgendwie frischer an.

Du siehst in dem Wasser, wie stark es getrübt ist: das war also alles in deinen gewaschenen Dreads!

In diesem Sinne wünsche ich dir viel Spaß! Es lohnt sich echt, sich ab und an diese Zeit zu gönnen. Quasi ein Self-Love-Sunday ;).