Dreads selber machen

IÂŽve got the power! – Dreadlocks selber machen

Ich weiß, dass dich das Thema, wie du selbst Dreadlocks erstellen kannst, mitunter am meisten interessiert. Deswegen gibt es direkt nochmal einen Artikel ĂŒber die Kunst des Dreadens. Es lohnt sich definitiv, in unser Archiv zu schauen, hier findest du frĂŒhere Artikel rund um das Thema. Aber dieser hier ist knackig frisch und mit Liebe gemacht.

Weil es noch immer viele GerĂŒchte darĂŒber gibt, wie man Dreads selber machen kann, möchte ich dir also zunĂ€chst ein paar Flausen austreiben. Dann gebe ich dir wichtige Tipps mit an die Hand, wie du dir, deiner Uschi (Artikel folgt, bleib gespannt, wer diese Uschi ist!) oder deinem Bruder Dreads machen kannst.

Ist das Haar ganz ruiniert, filzt es sich ganz ungeniert
nicht

Viele Menschen glauben, dass Haare möglichst kaputt sein mĂŒssen, um gut zu filzen. Also fangen die meisten an, sich wie verrĂŒckt Blondierungen zu geben, waschen ihre Haare mit Zitronenwasser, gehen Tiefseetauchen, um möglichst viel Salzwasser abzubekommen und tun auch sonst alles mögliche, um die Haare zu zerstören. Nun, das Ergebnis ist meistens, dass man Fieberglas auf dem Kopf hat und ein wenig gerupft aussieht. Dreadlocks werden daraus erstmal nicht. Und auch spĂ€ter nicht. Denn wenn du brĂŒchiges Stroh auf dem Kopf hast, wirst du auch brĂŒchige Dreadlocks haben. Heißt, dass sie nach kurzer Zeit ausdĂŒnnen und schließlich abbrechen. 

Auch das Waschen der Haare ist so eine Sache. Filzen bedeutet nicht verkleben oder gar verfetten. Ich gebe es reumĂŒtig zu: als ich mir vor Ionen von Jahren meine Dreads gemacht habe, habe ich meine Haare sehr lange nicht gewaschen. Ist möglich. Aber ĂŒberflĂŒssig. Letztlich hast du vor allem fettige Haare, die du dann versuchst zu dreaden. Hat bei mir geklappt, weil ich manchmal doch GlĂŒck habe. Allerdings eignen sich trockene Haare wesentlich besser dazu, dass aus ihnen Dreadlocks gemacht werden. Dazu aber spĂ€ter mehr.

Weiter mit den haarstrĂ€ubenden GerĂŒchten rund um das Dreaden! Nehmen wir also an, du hast alle bisherigen MĂ€rchen befolgt und hast nun salzige Zitronendrops auf dem Kopf, die schön speckig glĂ€nzen und willst anfangen zu dreaden. Also beginnst du mit der Einteilung und machst genau den Fehler, den vor dir schon viele andere gemacht haben: GummibĂ€nder rein und weil sie so praktisch sind, lĂ€sst du sie einfach drin. Dann hast du bald nicht nur Zitronen-Salz-Köttel auf dem Kopf, sondern auch noch schön schmierige AnsĂ€tze. Und damit die AnsĂ€tze möglichst hĂ€ufig zusammen wachsen, wĂ€hlst du gar keine Einteilung, sondern nimmst die Feste..eh StrĂ€hnen eben so, wie sie fallen.
FĂŒr jede*n professionelle*n Dreader*in ist eben ein Alptraum geboren.

Vorbereitung fĂŒr Dreadlocks

Weißt du, warum ich nie meine WĂ€nde streiche, obwohl ich echt gut streichen kann? Wegen des Abklebens. Das Vorbereiten ist die Grundlage, auf der alles aufbaut. Das ist beim Streichen, Kochen, Sex und Dreaden so. Wenn du nur eine schnelle Nummer schieben willst, sind Dreadlocks nicht das richtige. Auch wenn du es dir selbst machst. Ich meine..sie, die Dreadlocks selber machen möchtest. Diese Punkte solltest du beachten, bevor du mit dem Dreaden beginnst:

  • Deine Haare mĂŒssen trocken und sauber sein. Lass den Conditioner oder die SpĂŒlungen weg und verwende Shampoo ohne Silikone in den Wochen, bevor du die Dreadlocks machen möchtest.
  • Blondieren ja, dir die Kopfhaut wegĂ€tzen: nein. Wie gesagt: Fieberglas lĂ€sst sich nicht dreaden, aber stumpfe Haare eignen sich bestens!
  • Du kannst vorher eine Kur mit Kieselerde machen, wenn du super gesunde Haare hast, die sonst niemals stumpf werden wĂŒrden. Auf das Haar, nicht schlucken. Warum nicht schlucken, erfĂ€hrst du in einem spĂ€teren Artikel (ich steh auf Cliff-Hanger). Dabei machst du eine lehmartige Matsche, die du auf dein Haar gibst, damit es stumpf wird. Danach gut ausspĂŒlen! Anleitung Kieselerde-Kur
  • Mache dir eine saubere Einteilung. Leg dir deine anderen Werkzeuge wie einen Kamm und eine HĂ€kelnadel GrĂ¶ĂŸe 0,75mm zurecht (Shop). Es sei denn, du wĂ€hlst eine andere Methode als das Back-Combing, dazu gleich mehr.

Lass dir Zeit fĂŒr das Vorspiel und klebe die Lichtschalter ab. Du hast dann besseren Sex, weniger Arbeit nach dem Streichen und das hat gar nichts mit Dreadlocks zu tun.

Methoden, um Dreads bei sich selbst zu machen

ZunĂ€chst einmal sei gesagt, dass die Methode doch sehr stark davon abhĂ€ngt, wie deine Haare generell beschaffen sind. Das kann dir natĂŒrlich ein Profi am besten sagen. Da du aber selbst Hand anlegen willst, stelle ich dir die wichtigsten Matadore der Dread-Arena einmal vor:

  • Back-Combing. Der Klassiker. Dabei toupierst du die Haare immer wieder. NatĂŒrlich nicht als ganzes, du möchtest keinen Mono-Dread. Stattdessen nimmst du also deine HaarstrĂ€hne, entfernst das Gummiband (!) und beginnst sie gegen den Strich zu kĂ€mmen. Dabei lĂ€sst du einzelne Haare los und es entsteht ein fluffiges Etwas. Daher musst du so lange back-comben, also „zurĂŒck kĂ€mmen“(ich Fuchs
), bis du eine feste StrĂ€hne hast. Nimm die StrĂ€hne nach wenigen Zentimetern zwischen Daumen und Mittelfinger und hĂ€kle die Stelle nach. Das machst du die nĂ€chsten Stunden mit deinem gesamten Kopf. Immer an das Ziel denken!
  • StrĂ€hnchenmethode. Du nimmst die StrĂ€hne, entfernst das Gummi(!), teilst sie immer wieder und ziehst die Enden auseinander. Dann legst du sie wieder zusammen, drehst sie und nimmst zwei andere Teile der StrĂ€hne, ziehst sie auseinander. Auch das machst du mit der gesamten StrĂ€hne und dem Teil deines Kopfes, den du dreaden möchtest
  • Handtuch-Rubbel-Methode. Rubbel die Katz! Du nimmst ein Handtuch oder Waschlappen und rubbelst regelmĂ€ĂŸig deinen gesamten trockenen Kopf in kleinen Kreisbewegungen. Zuerst entsteht eine Art Supernova. Nach und nach bilden sich StrĂ€hnen, die du eventuell durch Reißen oder Schneiden trennen musst. So entstehen sehr natĂŒrliche Dreadlocks.
  • Kombination. Du kannst das Back-Combing und die StrĂ€hnchemethode kombinieren. Probiere aus, was am besten fĂŒr dich passt.

Stell dich darauf ein, dass du ein paar Stunden investieren musst, wenn du schöne Dreadlocks haben möchtest. Dreads machen bedeutet Ausdauer zeigen und auch damit leben, dass dir die Arme lahm werden. Wir haben damals viele Tage ĂŒber Wochen verteilt dran gesessen und vielleicht wĂ€re es sinnvoller gewesen, einen Profi ranzulassen. Leider gab’s damals zu meiner Zeit sowas noch nicht.

Zugegeben, ich bin schon etwas stolz auf meine MĂ€hne, aber sie erforderten lange wesentlich mehr Pflege in Form von Ansatztrennung und HĂ€keln als die heutigen professionell erstellte Dreadlocks. Wenn du dir also unsicher bist, mach einen Termin beim Standort deiner NĂ€he von der DreadFactory. Eine Übersicht mit allen aktiven Standorten findest du HIER .