Die flauschigste WG Deutschlands

Heute will ich euch einmal zeigen, dass bei der Dreadfactory nicht nur tolle Dreads entstehen, sondern auch wirklich tolle Freundschaften und in diesem Fall sogar eine Wohngemeinschaft. Aaron und Marlea sind wohl die flauschigste WG Deutschlands. Sie haben sich durch die Arbeit bei der DreadFactory kennen gelernt und leben mittlerweile sogar in einer WG zusammen in Hamburg.

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Wir sind Aaron und Marlea und zusammen bestimmt die pl├╝schigste WG in Hamburg. Neben unserer liebsten Freundin und Kollegin Lea sind wir zwei Drittel des Hamburger DreadFactory-Teams.

Marlea: Aaron ist mein liebster, liebevollster und einf├╝hlsamster Mitbewohner, dem ich alle Facetten meiner Pers├Ânlichkeit vertrauensvoll offenbaren kann. Er ist ein unglaublich begabter K├╝nstler, begnadeter Koch und intelligenter, ├╝beraus kreativer Philosoph, mit dem ich viele Stunden tiefe Gespr├Ąche ├╝ber das Leben f├╝hren kann.
Er ist mein Ruhepol und erdet mich, wenn ich schon wieder in eine Workaholic-Phase abdrifte oder moody bin. ├ťbrigens ist er ein passabler Bogensch├╝tze und kennt sich sehr gut (zumindest in meinen Augen) mit Computern
aus.


Aaron: Marlea ist die aufmerksamste und achtsamste Person in meinem Leben. Sie ist unglaublich wissbegierig und st├╝rzt sich in jedes spannende Thema ├╝ber das sie stolpert. Neben ihrer Liebe zu Pferden und Zimmerpflanzen, kocht Marlea mindestens genauso lecker wie ich und vertreibt mich regelm├Ą├čig vom Herd. Ihre reflektierte Art in vielen Bereichen, wie Umwelt, Ern├Ąhrung und Sozialen Themen inspiriert mich immer wieder aufs Neue.

Marlea und Aaron von der DreadFactory Hamburg

Bine: Seit wann genau lebt ihr denn zusammen?

Marlea: Ach jaa, der liebe Hamburger Wohnungsmarkt. Wir haben uns im Januar 2020 dazu entschieden, eine WG zu gr├╝nden und sind direkt auf die Suche nach einer geeigneten Wohnung gegangen. Diese hier im Altbau in Horn war ein riesiger Gl├╝cksgriff und wir haben sie dann doch relativ spontan bekommen und sind Mitte Juni 2020 eingezogen. Das war gar nicht so leicht zu organisieren, weil wir sehr darauf achten mussten wie wir das am besten Richtlinienkonform ├╝ber die B├╝hne bringen. Wir hatten am Ende so viele liebe Helfer, dass wir unseren Doppelumzug ein bisschen aufteilen mussten, dass am Ende nicht alle Helfer auf einem Haufen zusammen kommen.

Bine: Voll sch├Ân, dass ihr da r├╝cksichtsvoll seid. Wie kam es denn ├╝berhaupt dazu, dass ihr auf die Idee kamt, zusammen zu ziehen?

Aaron: Wie es das Leben will passieren manchmal Dinge und die Umst├Ąnde ├Ąndern sich, wer kennt das nicht. Wie es der Zufall wollte, war das zeitlich parallel bei uns Beiden der Fall und wir brauchten beide eine neue Wohnung. Lea (DreadFactory Hamburg) hat dann vorgeschlagen, wir k├Ânnten doch einfach zusammen ziehen. Tja und dann haben wir erstmal ├╝ber ein Essen bei Peter Pane gebrainstormed ob wir denn ├╝berhaupt zusammen passen und ob wir ├Ąhnliche Vorstellungen vom Wohnen haben. Klang erstmal ganz gut, wir hatten aber beide Schiss, dass es in die Hose gehen k├Ânnte, wenn wir so eng zusammen leben und arbeiten. Wir hatten voll das Gl├╝ck, dass wir beide jeweils in einer Wohnsituation steckten, aus der wir ohne Frist schnell raus konnten. Nach monatelanger Suche haben wir dann unsere Wohnung Schlag auf Fall innerhalb einer Woche von der Besichtigung zur Wohnungs├╝bergabe bekommen und noch eine Woche sp├Ąter sind wir schon eingezogen.

Bine: Klingt mega gut, herzlichen Gl├╝ckwunsch auf jeden Fall zur Wohnung! Wollt ihr mal erz├Ąhlen, wie so ein normaler Termin bei euch abl├Ąuft?

Marlea: Das h├Ąngt nat├╝rlich sehr davon ab, ob es um neue KundInnen geht oder ob es Stammkundinnen sind. Bei Stammkundinnen ist es meist etwas lockerer, viele huschen einfach in unser Arbeitszimmer wenn wir sie herein bitten, bei anderen gibt es regelrecht Rituale. Eine Kundin von Aaron bringt zum Beispiel immer ihren Teebecher und Teebeutel mit und fragt erstmal nach hei├čem Wasser, bei anderen unserer KundInnen stehen schon ihre jeweiligen Lieblingstees bereit.

Aaron: Marlea beordert viele ihrer Stammkundinnen dazu, ihre Hunde f├╝r eine extra Portion Flausch mitzubringen. So Corona es erlaubt, m├Âchten wir unbedingt die Tradition des (veganen) Kekstellers zu jedem Termin wieder aufleben lassen. Vor der Pandemie wurden die meisten auch zur Begr├╝├čung oder zum Abschied geknuddelt, sofern sie das auch wollten. Bei neuen KundInnen ist das Ganze nat├╝rlich etwas aufregender, da man sich ja erstmal kennenlernen muss. Nachdem die KundInnen ihre Sachen abgelegt und es sich gem├╝tlich gemacht haben, besprechen wir erstmal was denn heute anliegt.

Bei Neuerstellungen von Dreadlocks, gab es nat├╝rlich vorher schon eine mehr oder weniger umfangreiche Beratung, was genau gemacht werden soll. Hierzu bieten wir nat├╝rlich auch pers├Ânliche und digitale Beratungsgespr├Ąche an. Einige KundInnen wollen ganz genau wissen was auf sie zukommt und haben detaillierte Vorstellungen wie das Ganze werden soll, andere haben keinen Plan und legen ihre Haare einfach vertrauensvoll in unsere H├Ąnde. Das finden wir so stark und genie├čen das Vertrauen und freuen uns, die Dreadw├╝nsche bestm├Âglich umzusetzen. Nach der Begr├╝├čung wird geschnackt, gesnackt, Musik geh├Ârt, tausendmal nach dem Wohlbefinden der KundInnen gefragt und die Dreader tauchen in ihren Workflow ein. Wir reden viel ├╝ber inspirierende Dinge, ├╝ber wichtige Themen f├╝r frische Dreadheads (zum Beispiel Pflegetipps), manchmal ├╝ber sehr pers├Ânliche Erlebnisse oder Schicksale und dann geht es immer wieder ├╝ber Essen, sp├Ątestens wenn wir keine Mittagspause gemacht haben und langsam Hunger bekommen.

Bine: Jetzt habt ihr nat├╝rlich eine besondere Situation in eurer Dread-WG. Betreut ihr denn auch mal eine KundIn zusammen oder l├Ąuft das immer getrennt ab?

Aaron: Also wir planen normalerweise nicht im Voraus, gemeinsam an einem Kopf zu arbeiten.. Da haben die KundInnen doppeltes Ziepen am Kopf und ab einem gewissen Zeitpunkt stehen wir DreaderInnen uns ein bisschen gegenseitig auf den F├╝├čen.
Was wir aber machen, ist zeitweise den anderen zu unterst├╝tzen. Das passiert zum Beispiel, wenn der Termin relativ lange dauert (so 10 oder 11 Stunden) und wir gerne am selben Tag fertig werden wollen, zum Beispiel weil die KundIn eine weite Anfahrt hat und am n├Ąchsten Tag nicht noch einmal kommen mag. Ansonsten gibt es noch die M├Âglichkeit, Doppeltermine zu buchen. Da kann man mit einer lieben Person (PartnerIn, FreundIn, VerwandteÔÇŽ) gemeinsam eine Dreadpflege oder Erstellung buchen und jeder bekommt einen eigenen DreaderIn. Wir machen h├Ąufiger Doppeltermine und die sind immer ein gro├čer Spa├č. Ihr KundInnen kennt euch schon und k├Ânnt am Termin gemeinsam Zeit verbringen und die Atmosph├Ąre ist von vornherein entspannt und flauschig. Au├čerdem kann man dadurch Fahrtkosten sparen.

Marlea: Weil Dreadheads sowieso die pl├╝schigsten Menschen sind, braucht ihr euch aber auch keine Sorgen machen, einen Paralleltermin mit jemand Fremdes zu haben. Wir hatten beispielsweise parallel zwei M├╝tter als Kundinnen, bei denen sich herausstellte, dass ihre Kinder zeitgleich in derselben Schule eingeschult w├╝rden und daraufhin haben sie erstmal Handynummern ausgetauscht.

Vorher – Nachher Dreadpflege von Marlea (DreadFactory Hamburg)

Bine: Wie sieht es denn bei euch aus? Habt ihr einen extra Arbeitsraum?

Marlea: Es war ein bisschen Hauptbedingung, dass unsere Wohnung einen extra Raum hat, den wir uns als Arbeitszimmer einrichten k├Ânnen. Also ja, wir haben ein Zimmer in dem haupts├Ąchlich gedreaded wird.

Aaron: Es ist ein kleines Durchgangszimmer in unser Altbauwohnung mit mittlerweile ziemlich vielen sch├Ânen Zimmerpflanzen. Marlea kann einfach nicht aufh├Âren, immer mehr Pflanzen dazuzustellen! und zwei gem├╝tlichen Arbeitsst├╝hlen auf denen es sich aushalten l├Ąsst. Dazu gibt es eine Musikanlage und f├╝r lange Tage auch einen Fernseher, der aber selten zum Einsatz kommt. Wir legen gro├čen Wert auf Gem├╝tlichkeit, damit ihr es bei uns auch gut aushalten k├Ânnt. Im Bad bekommt ihr immer ein frisches Handtuch mit eurem Namen versehen.

Bine: Einen extra Arbeitsraum empfinde ich auch als viel entspannter als eine tempor├Ąre Dreadecke. Und ich stelle es mir toll vor mit den ganzen Pflanzen! Erz├Ąhlt den LeserInnen doch mal wie lange ihr schon bei der DreadFactory seid und ob ihr den Beruf hauptberuflich oder nebenberuflich ausf├╝hrt.

Aaron: Ich habe ja irgendwann Mitte 2010 angefangen mit Dir, Bine, an K├Âpfen herumzuzaubern, das sind jetzt grob 11 Jahre. Ich z├Ąhle mich zu den Urgesteinen und habe viele Dreaderinnen mit ausgebildet. Das ├╝berlasse ich jetzt der j├╝ngeren Generation. *lach*

Am Anfang hatte ich nebenher noch ein bisschen so getan, als w├╝rde ich Kunstwissenschaften studieren, habe dann aber bald von der Dreaderei leben k├Ânnen und bin seither hauptberuflicher Dreader und ganz gl├╝cklich damit. Nat├╝rlich gibt es immer mal wieder ein krasses Auf und Ab, vor allem die Lockdowns haben doch die ein oder andere Sorgenfalte hinterlassen, allerdings waren meine Eltern seit ich denken kann selbstst├Ąndige K├╝nstler*innen und ich dadurch mit dem dauerhaften Druck vertraut.

Marlea: Ich bin jetzt auch schon im Dezember 6 Jahre mit am Start. Im letzten Jahr habe ich meinen anderen Job an den Nagel geh├Ąngt und arbeite nun haupts├Ąchlich als Dreaderin. Ich habe mich dazu entschieden, erst einmal nur noch selbstst├Ąndig zu sein und meine Arbeitszeiten selbst einzuteilen. So schaffe ich mir genug Raum f├╝r mein Fernstudium und habe gleichzeitig die pl├╝schigsten Menschen um mich herum. Ich w├╝nsche echt allen Menschen, dass sie jeden Morgen genauso gerne aufstehen um arbeiten zu gehen, wie ich.
├ťbrigens haben Aaron und Lea damals mein Bewerbungsgespr├Ąch gef├╝hrt und mich sogar komplett ausgebildet. Damals hatte ich noch ein bisschen Angst vor Aarons trockener und h├Âchst professioneller Umgangsweise mit seinen Anlernlingen. Erst mit den Jahren hab ich herausgefunden, dass Aaron einen genauso pl├╝schigen Kern
hat, wie alle DreadFactory-FranchisepartnerInnen.“

Bine: Ich feiere es einfach so sehr, dass wir innerhalb der DreadFactory ein eigenes ├ľkosystem aufgebaut haben, in dem wir uns gegenseitig ausgebildet und gegenseitig unterst├╝tzen. Wie war das zu Beginn bei euch: Hattet ihr Angst vor der Selbstst├Ąndigkeit?

Aaron: Nat├╝rlich! Es ist einfach ein neues Gew├Ąsser in das man sich begibt und es kann alles noch so ausget├╝ftelt sein, man wird immer wieder vor unerwartete Situationen gestellt, die man mehr oder weniger alleine meistern muss. Die DreadFactory hilft nat├╝rlich dabei, eine gewisse Kontinuit├Ąt und Sicherheit zu schaffen, trotzdem ist man am Ende ohne Eink├╝nfte, wenn man beispielsweise durch Krankheit (oder Pandemien) mal l├Ąngere Zeit ausfallen w├╝rde. Gerade am Anfang ist es auch etwas holprig gewesen mit dem Zulauf an Kundschaft und nat├╝rlich braucht man auch mal R├╝cklagen.

Marlea: Ja und nein. Fr├╝her war ich nur nebenbei selbstst├Ąndig und konnte es eher mal verkraften, wenn ich einen schlechten Monat hatte mit der Selbstst├Ąndigkeit. Jetzt ist es schon anders – in den Lockdowns hatte ich richtig Existenz├Ąngste. Leider fiel ich ziemlich durchs Raster mit den Hilfsangeboten f├╝r Solo-Selbstst├Ąndige und habe mich letztendlich alleine durchschlagen m├╝ssen. Allerdings hatte ich tollen Support durch meine StammkundInnen und deswegen die Zeit glimpflich ├╝berbr├╝cken k├Ânnen. Auf dem Hamburger Wohnungsmarkt ist es gar nicht so
einfach, hier als Selbstst├Ąndige mit Kleingewerbe eine WG zu gr├╝nden. An so etwas denkt immer keiner, wir hatten es da echt nicht so leicht.
Letztendlich ├╝berwiegen aber aus unserer Sicht die Vorteile der Selbstst├Ąndigkeit gegen├╝ber ihren Risiken und unseren pers├Ânlichen ├ängsten. Wir empfinden es als ├╝beraus angenehm, unsere Arbeitszeiten nach unseren Vorstellungen zu gestalten und unser Arbeitsumfeld unabh├Ąngig und unseren W├╝nschen zu kreieren. Wir treffen
unsere eigenen Entscheidungen und das ist so empowernd!

Vorher – Nachher Dreadpflege von Aaron (DreadFactory Hamburg)

Bine: Mega sch├Ân, dass die DreadFactory-Familie dir bei der Selbst├Ąndigkeit einen Sicherheitsfaktor bietet, Aaron. Ganz h├Ąufig empfehle ich meinen „Azubis“ die Variante, die Marlea gew├Ąhlt hat, n├Ąmlich zun├Ąchst nebenberuflich zu gr├╝nden und sich sp├Ąter erst hauptberuflich selbst├Ąndig zu machen, sobald auch ein fester KundInnenstamm aufgebaut ist. Wie stehen denn eure Freunde und eure Familie zu der flauschigen WG?

Marlea: Vor allem unsere pl├╝schige Lea und Aarons l├Ąngster Kumpel Andreas feiern unsere WG sehr und verbringen hier gerne Zeit mit uns. Es war f├╝r uns selbst etwas ├╝berraschend, dass wir dann doch so gut harmonieren und sich so ein toller Alltag entwickelt hat. Wir glauben, dass das auch unsere KundInnen sp├╝ren und sie uns deshalb oft r├╝ckmelden, dass sie es bei uns super sch├Ân finden und sich hier richtig wohlf├╝hlen.

Bine: Dass sich eure KundInnen in der „Flausch-WG“ wohl f├╝hlen, glaube ich sofort! Und lebt nur ihr beiden in der WG, oder noch andere?

Aaron: Ein Grund daf├╝r, dass wir „nur“ eine kleine Zweier-WG sind, ist, dass viele Leute sich nicht vorstellen k├Ânnen, wie das ist, wenn st├Ąndig Kundschaft im privaten Raum ist. Das k├Ânnen wir total verstehen, denn das ist auch einfach nichts f├╝r jede/n. F├╝r uns ist es aber super sch├Ân, immer coole Leute hier zu haben. Es ist bei vielen KundInnen fast so, als h├Ątten wir Besuch von FreundInnen da.

Bine: Vielen lieben Dank an euch, dass ihr euch die Zeit f├╝r meine Fragen genommen habt! Ich liebe es so sehr, dass DreadFactory nicht nur f├╝r tolle Dreads mit sehr hoher Qualit├Ąt stehen, sondern dass innerhalb unseres Teams auch wunderbare Freundschaften und sogar Wohngemeinschaften geschlossen werden.


Jetzt hast du einen guten Eindruck von der Dread-WG in Hamburg bekommen und konntest die beiden auch etwas kennen lernen. Wenn du in der N├Ąhe lebst, sie auch einmal pers├Ânlich kennen lernen willst und dir deine Dreadlocks von ihnen erstellen oder pflegen lassen m├Âchtest, dann kannst du ihnen gerne eine E-Mail schreiben an aaron@dreadfactory.de oder marlea@dreadfactory.de .